Oberösterreichische NotärztInnen fordern Reformen

Nach jahrzehntelangem Dahinwurschteln seitens des oberösterreichischen Roten Kreuzes reicht es nunmehr den Notärztinnen und Notärzten. Diese fordern vom Land Oberösterreich und dem Roten Kreuz nunmehr harte Reformen...!
Zum Beispiel heißt es da: "In zahlreichen Ländern Europas werden mittlerweile Kursformate bzw. Studiengänge zwischen ein und drei Jahren Ausbildungszeit für Rettungspersonal als Mindeststandard gesehen. Durch ein flächendeckendes Vorantreiben der NFS-Ausbildung mit der Möglichkeit, Notfallkompetenzen noch zu erweitern (bis hin zur Intubationskompetenz) würde eine breitere Basis, bestehend auskompetentem Personal mit erweiterter Einschätzungs- und Assistenzfähigkeit geschaffen werden."
Das entsendete Rettungsdienst-Personal soll über eine Ausbildung zumindest zum Notfallsanitäter/zur Notfallsanitäterin mit Notfallkompetenz verfügen. Durch geschultere, rettungsfitte Sanitäter*Innen mit klinischer und rettungsdienstlicher Erfahrung und der Möglichkeit, in bestimmten Fällen definierte Medikamente auch ohne Notarzt verabreichen zu können, kann eine deutliche Reduktion der Notarzt-Entsendung erzielt werden.
Ebenso ist es ein dringendes Anliegen, dass es zu einer funktionalen als auch technischen Trennung zwischen Krankentransport- und Rettungswagen kommt. Die Rettungswagen sollen einerseits mit NotfallsanitäterInnen besetzt werden, andererseits aber sich auch in Größe von den bisher verwendeten VW T6 abheben. So sei eine ausreichende Versorgung des Patienten in den kleinen Einsatzwagen nicht gewährleistet, da der Patient von seiner rechten Seite aus nicht versorgt werden kann. Eine Mitteltrage und fast 360 Grad Zugang zum Patienten stellen state-of-the-art dar.
Als erfolgsentscheidend wird auch die Überarbeitung des Alarmierungsalgorithmus angelehnt an die Rettungsleitstellen Niederösterreich und Tirol angesehen, sowie die Installation von Einsatz- und Feedback-Schleifen sowie gelebtes Qualitätsmanagement und die Etablierung eines ärztlichen Leiters für Rettungsdienst (ÄLRD).
Ebenso wird ein flächendeckendes, vom primären Notarztdienst entkoppeltes System des Interhospitaltransfers gefordert. Dieses soll verhindern, dass notärztliche Ressourcen für Interhospitaltransporte gebunden werden und es dadurch zu einer notärztlichen Unterversorgung kommt. Diese ist im Sinne der Patient*innensicherheit absolut zu vermeiden.
Auch soll der Einsatz der Ressource Notarzt reduziert werden. Überall dort, wo keine offensichtliche Störung von Vitalfunktionen vorliegt, oder wo unzweifelhaft keine lebensrettenden Sofortmaßnahmen mehr indiziert sind, wird eine notärztliche Intervention als unnötig angesehen.
In Anlehnung an das bewährte Konzept aus der Flugrettung - CRM - wird für alle im Bereich der bodengebundenen Rettungs- und Notfallmedizin tätigen Menschen derartige Schulungen für sinnvoll erachtet. Entsprechende Konzepte fördern die Kooperation, Führungsfähigkeit und Entscheidungsfindung im Einsatz und erhöhen somit die Qualität des Einsatzes und damit unmittelbar die Qualität der Patient*innenversorgung.
Selbstverständlich wird auch eine Anpassung der Notarzt-Honorare gefordert! In Anbetracht der vitalen Bedeutung hochwertiger Notfallmedizin wünscht sich die Vereinigung eine adäquate Entlohnung. So setzen sie sich für die Umsetzung der Tarifempfehlung der Ärztekammer für Oberösterreich und deren fortlaufende Valorisierung ein.
Das Positionspapier kann unter nachstehendem Link abgerufen werden:
https://notaerzteooe.at/positionspapier
